04.10.2020 Portaltag

Was wenn das Kämpfen ein Ende hat...


Wie fühlt es sich an wenn ich dir sage: du brauchst nicht mehr zu kämpfen, nie wieder. unglaubwürdig? erleichternd?

Wie schnell schaltet sich der Kopf dabei ein und findet Gründe warum dies nicht möglich ist?


Ist es nicht gigantisch, wie sehr das Kämpfen in uns gespeichert ist?

Ich sitze gerade dankbar und demütig hier vor meinem Computer und erinnere mich, wie sich mein Leben vor ein paar Jahren angefühlt hat... wie ein Überlebenskampf. Ok nicht in jedem Bereich meines Lebens, doch das Gefühl war schon sehr groß da. Das war ganz und gar nicht schön. Und auch heute noch bemerke ich hin und wieder wie in mir ein Teil anspringt der noch glaubt kämpfen zu müssen.


Es sind die verwundeten Anteile und vor allem die Unsicheren.

Du kennst das bestimmt, wenn du dir einer Sache 100% sicher bist, gibt es keinen Grund zu kämpfen. Du stehst in deiner Wahrheit und es ist sowas von egal was andere dazu sagen. Es ist dieses innere Wissen, das Gefühl in deinem Herzraum welches dich Kerzengerade dastehen lässt.


Wie ist das wenn wir uns einer Sache nicht sicher sind und uns Bestätigung dafür im Außen suchen? Da genügt oft ein leichtes Lüfterl, wir beginnen zu schwanken und um die eigene Wahrheit zu verteidigen, werden unsere Kämpfer aktiv.


Ein anderer Teil möchte vielleicht doch noch alle anderen davon überzeugen, dass die eigene Wahrheit auch für andere gelten muss. Dann fühlt sie sich noch richtiger an. Recht behalten. Geht das überhaupt? Braucht es das? Wann brauchst du es Recht zu behalten? Ich kann dir von mir aus sagen, ich hätte gerne dann Recht, wenn ich die andere Wahrheit nicht als solche annehmen kann. Weil in mir Widerstände hochkommen und in mir ein ganz lautes NEIN schreit. Ich projiziere es auf mich, mit dem Irrglauben wir müssten die gleiche Wahrheit haben.

Ich werde immer besser darin, mich daran zu erinnern, dass es nicht so ist und sogleich entspannt sich alles in mir. Die letzten Monate haben mir dabei sehr geholfen. Mit all den verschiedenen Ansichten über das was gerade in der Welt los ist. Danke Corona und Co.! Ich bin jetzt so viel entspannter wenn es um unterschiedliche Wahrheiten geht.

Dann ist da dieser Punkt, gemeinsame Wahrheit schafft Verbundenheit. Ja das stimmt. Man trifft sich auf der gleichen Wellenlänge und das hat schon was. Doch wie wertvoll ist es, wenn einem das Gegenüber so nimmt wie man ist und man sich darauf einigt, dass man sich nicht einig ist und sich trotzdem lieb hat bzw. respektiert und achtet. Trennung ist ja sowieso eine Illusion, sind wir doch mit allem verbunden.


Wir kämpfen wenn wir einen Zustand aufrecht erhalten wollen. Und oft ist es genau der Zustand den wir verändern möchten. Ist das nicht absurd? Wir kämpfen, weil es uns gelernt wurde oder ein altes Glaubensmuster sagt, dass es so funktioniert. Unser Ego kämpft, weil Veränderung einfach Angst macht.

Die meisten Kämpfe jedoch finden in uns selbst statt.

Wir bekämpfen uns selbst. Unsere Visionen, weil wir uns nicht für gut genug halten. Und wie oft stellen wir uns gegen die Liebe die uns entgegengebracht wird, weil wir es uns nicht erlauben sie anzunehmen.

Was wenn wir das ab sofort alles sein lassen? Was wenn der Kampf nur eine Illusion ist? Was wenn du ab jetzt, in der Sekunde in der ein Kampf in dir beginnt, es erkennst und dich für den Frieden entscheidest?

Fühle einfach mal was das in deinem Körper auslöst.